Laufen mit Dagobert

Perpeto Mobil! 10.04.2020 

Manchmal kommt es anders, ganz anders als gedacht, geschweige denn wie geplant. Dann sind auch Schuhe und deren Schnürung so gar nicht mehr wichtig!

 

… es war Freitag der 14.  …   Freitag der 14.August 1992.

 

Zu der Zeit verweilte ich zu Studienzwecken überwiegend in Hamburg, selbst Freitags.

Freitag war auch der Tag, an dem wir uns meist am späten Nachmittag in einer kleinen Gruppe zu einem Dauerlauf durch das Bergedorfer Gehölz verabredeten.

Für Norddeutsche Verhältnisse hat das Gehölz nahezu einen alpinen Charakter.

 

Es gibt einen Anstieg.

 

Ansonsten ist er durch eine sie durchkreuzende Bahnlinie gekennzeichnet. Zu der Zeit liefen wir auch konsequent ohne Handy oder Smartphone! Einfacher Grund: Es gab keine! Und lasst Euch berichten, man kann auch solche Läufe überstehen und sogar genießen, ohne durch deren Entbehrung traumatisiert zu werden.

 

 

Wir starteten in einer Nebenstraße, wie immer liefen wir am Sportplatz vorbei in das Gehölz hinein. Irgendetwas war heute jedoch anders. Über uns kreisten mit einmal zwei, drei Hubschrauber. Liveübertragung etwa aus dem Bergedorfer Gehölz? Uns hatte im Vorfeld niemand gefragt…

 

 

Am nächste Zugang zum Gehölz, welchen wir passierten standen drei Mannschaftstransportwagen. War in den vergangenen drei Jahren so auch nie der Fall gewesen. Doch wir wollten ja trainieren und keine Statistiken führen. 500m weiter kam uns ein Polizist mit Hund entgegen. Trotz des begleitenden Hundes fassten wir Mut und fragten, ob heute etwas Besonderes wäre, wir anhalten oder die Strecke verlassen sollte.

Die kurze Antwort, „… nee alles gut, lauft man weiter“. Der Mann sah nicht so aus, als ob man ihm zwingend eine zweite Frage stellen wollte, wie liefen also weiter. Die Hubschrauber kreisten immer noch über uns, ein wenig hatten wir uns daran gewöhnt, behaglich war uns nicht.

 

700m weiter machte unsere Standardstrecke einen scharfen links Knick und der Weg führte uns aus dem Wald hinaus über ein freies Feld. Eigentlich schaut man sich als Läufer beim Training ja selten bis gar nicht um, man möchte ja nach vorn, ins Ziel. Aber es gibt ja intuitive Momente, da weicht man vom Üblichen ab. So machten wir es an diesem Tage.

 

Ein Blick über die linke Schulter irritierte uns doch merklich. Alle 25 m ein Polizist, MP im Anschlag, Bewegungsrichtung in den Waldabschnitt, den wir gerade verlassen hatten. Ah, alles gut also, raunten wir uns zu, recht hatte er. Unser Tempo war stabil und ruhig, so dass wir die Luft zur Unterhaltung hatten. Eigentlich sollten einem Sicherheitskräfte ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. Das mochte an diesem Nachmittag so recht nicht funktionieren. Doch aus Angst anzutreten (Tempo zu verschärfen) oder stehen zu bleiben war auch keine Option, sie war es ja auch in unseren zahllosen Wettkämpfen bislang nicht gewesen.

 

Wir liefen also weiter über das Feld, in einem größeren Bogen verlief die Strecke dann wieder in den Wald hinein. Eine wirkliche Alternative hatten wir nicht. Umkehren zu den einsilbigen Sicherheitsmenschen war keine. Nach so viel Gutem war uns nicht. Rechts abbiegen war eigentlich auch keine laufbare Alternative, da es da absehbar keinen Weg zum Laufen mehr gab.

Gerade aus ging nicht, da dort die Bahnschienen verliefen.

 

Also wieder rein ins Gehölz! Mit kurzem Hemd und kurzer Hose waren wir ja bestens ausgestattet. Die Schuhe hatten wir routiniert und solide gebunden – Modell Pegasus, ein geflügeltes Pferd.  Wir waren für die zweite Hälfte des Laufes also bestens gerüstet!

 

Da sage noch jemand laufen wäre monoton und spannungsarm.

 

Wie genau lest Ihr Morgen

Euer Perpeto.Mobi!

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