Schaffen Leichtathleten diesmal den Sprung auf Treppchen?
Sportlerwahl 2003 im Landkreis Verden - Werden die Wähler mobil gemacht?
Schaffen Leichtathleten bei der Sportlerwahl dieses Mal den Sprung aufs Treppchen? Diese Frage ist schwer, wenn überhaupt nicht zu beantworten. Fakt ist jedenfalls, dass bei der letztjährigen Wahl Verdens Sprinter-Hoffnung Martin Lohmann und Leichtathletik-Allrounderin Birgit Schwers (beide LG Kreis Verden) Vierte wurden. Das LGKV-Frauen-Team W 40 und der junge Werfer Thorben Bock (TSV Kirchlinteln) landeten auf Rang sechs.
Mehr als 5000 Stimmen wurden 2002 abgegeben. Mit den jeweils drei Erst-, Zweit- und Drittplazierten - Sportler, Sportlerinnen und Mannschaften des Jahres - waren sieben verschiedene Sportarten auf dem Siegerpodest vertreten - nur nicht die Leichtathletik. Auffällig war aber auch, dass sechs Sportler und drei Mannschaften von über 8000 Zuschauern gefeiert wurden (oder waren die nur wegen der Show gekommen?), aber nur 5000 sich an der Wahl beteiligten.
Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr wurde der Feldbogenschütze Sebastian Rohrbach mit 2281 Stimmen Sportler des Jahres 2002 vor Dressurreiter Hannes Baumgart (2222) und Verdens "Turn-Denkmal" Klaus Zuschneid (2128). Als Sportlerin des Jahres erhielt die Fußballerin Petra Sinnemann 2700 Stimmen vor der jungen Dressurreiterin Kathrin Gerken (2475) und Tischtennis-Crack Heike Wahlers (1950). Bei den Mannschaften siegte das Dauelser Bogen-Team (1906 Stimmen) vor der Damen-Schwimm-Staffel der SGS Verden/Dörverden (1768) und knapp dahinter den Etelser Radpolo-Damen (1766).
Der "Erfolg" bei der Sportlerwahl hängt von mehreren Faktoren ab, so auch von der Zahl der Wähler und der Kandidaten. Im vergangenen Jahr gab es bei den Männern sieben, bei den Frauen acht und bei den Mannschaften zwölf Kandidaten. Das ist dieses Mal anders, denn es sind jeweils genau zehn. Damit gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder verteilen sich die abgegebenen Stimmen bei den Sportlern und Sportlerinnen mehr oder es geben mehr Wähler ihre Stimmen ab oder beides. Bei den Mannschaften lagen 2002 zwischen Platz eins (1906 St.) und zwölf weniger als 200 Stimmen!
Niemand wird so blauäugig sein, zu glauben, dass die kleinen Vereine so viele Mitglieder haben und die noch alle wählen. Andererseits gibt es in Dauelsen, Wahnebergen und Uphusen nun auch nicht so viele Nachbarn von Kandidaten. Um derartige Stimmenzahlen zu erlangen, müssen Wähler mobilisiert werden. Doch wie bzw. wo macht man das? Schwierig ist es, wenn mehrere Kandidaten aus dem gleichen Ort oder einem größeren Verein kommen.
So trifft die Läuferin Cäcilia Apel-Kranz (TSV Achim) auf die Ringerin Male Elfers und die Schwimmerin Sabine Morche-Bloch. Und der Sprinter Martin Lohmann (TSV Verden) konkurriert nicht nur mit dem jungen Werfer Thorben Bock (TSV Kirchlinteln), sondern auch mit seinen Vereinskameraden, dem Kunstturner Tim Gerlach und dem Fußballer Christopher Kothe.
Da ist bei den Leichtathleten Phantasie und Engagement gefragt, wenn sie mal wieder jemanden der Ihren auf das Treppchen bringen wollen. Die Bremer wissen ein Lied davon zu singen, wenn ein Leichtathlet wie Lars Figura oder Torsten Naue gegen beliebte Fußballer des SV Werder antreten musste. Die Freunde des Nordbremers hatten es noch relativ einfach, Absprachen zu treffen, damit Torsten gegen Marco Bode einigermaßen bestehen konnte und unter die ersten Drei kam - beides gelang. Sie trafen nach dem Motto "Wählst Du mich, wähl ich Dich" eine Absprache mit der im Vorjahr unterlegenen Sportlerin und der kandidierenden Mannschaft ihres Stammvereins Blumenthaler TV. Und sie verbreiteten ihren Wahlaufruf per Internet und über "befreundete" homepages.
Auf jeden Fall: Am Mittwoch (19.11) Stimmzettel aus der Verdener Aller-Zeitung, dem Achimer Kreisblatt oder der Thedinghäuser Zeitung besorgen.
Herward Schmidt
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